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Nördlicher
Ramolkogel (3428m) |
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Ötztaler Alpen Route: Normalweg Charakter: Hochtour, I Dauer: 2 Tage |
Aufstieg:
1500 hm Abstieg: 1500 hm Höchster Punkt: 3428 m (Nördlicher Ramolkogel) Partner: Jogi, Burki Resultat: Teilerfolg |
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1.Tag Aufstieg: 1080 hm, 3 h |
Es ist schon Anfang Oktober
und ich habe dieses Jahr noch keine Tour in den Bergen unternommen. Nun ja, man
wird eben nicht jedes Jahr Vater, die Prioritäten verschieben sich dann
verständlicherweise. Wenigstens eine Tour soll es
aber doch sein. Glücklicherweise kündigt die Wettervorhersage für das
geplante Wochenende ideales Bergwetter an.
Da auch Jogi dieses Jahr noch nicht
in den Alpen war, brennt auch er darauf, die Bergstiefel wieder zu schnüren.
Burki ist sowieso für jede Tour zu begeistern, so dass wir uns schliesslich zu
dritt auf ins Ötztal machen, um dort über das Ramolhaus den Ramolkogel zu
besteigen. Nach
3-stündiger Anfahrt
von Ulm treffen wir in Obergurgl ein. Der Ort scheint jetzt im Oktober wie
verlassen. Die Saison für die Sommergäste ist schon vorbei und für die
Skifahrer ist es noch zu früh. Ein Einheimischer versichert
uns, dass der Winterraum des Ramolhauses immer geöffnet ist und dass es dort
einen Ofen und genügend Decken gibt. Jogi und ich packen daraufhin die Schlafsäcke
wieder aus, Burki möchte auf diesen Komfort nicht verzichten. So machen wir uns
um 11:00 Uhr mit den immer noch viel zu schweren Rucksäcken auf den Weg.
Schon von Obergurgl kann man
unser Ziel, das Ramolhaus, erahnen. Es
trohnt auf einem Felsvorsprung über dem Gurgler Ferner.
Bis dahin sind jedoch noch 1000
hm zu überwinden. Nach einem kurzen Steilstück zu Beginn lässt die Steigung
bald nach und der Pfad zieht gemächlich an den rechten Hängen des Tales in
Richtung Ramolhaus. Das Wetter ist phantastisch, keine Wolke am Himmel. Wir
kommen zusehends ins Schwitzen und legen mehrmals Pausen ein, um unsere Flüssigkeitsspeicher
wieder aufzufüllen. Nach ca. 3 Stunden erreichen wir nach einem letzten Steilstück
das Ramolhaus. Die Aussicht von dieser 3006 m hoch gelegenen Hütte ist
beeindruckend. Vor uns breitet sich der Gurgler Ferner aus, links davon kann man
das Hochwildehaus erkennen und über allem trohnt die 3482 m hohe Hochwilde.
Auch den Anstieg zum Ramolkogel kann man teilweise einsehen.
Ausser uns ist nur ein
weiterer Bergsteiger auf der Hütte. Dieser hat heute alle Ramolkögel (Grossen,
Mittleren, Kleinen, Nördlichen) bestiegen und plant für morgen die Überschreitung
von Spiegelkogel, Firmisanschneid und Schalfkogel.
Für unsere Verhältnisse
eine gewaltige Tour. Als er uns jedoch abends von seiner letzten 7000er
Expedition erzählt, sehen wir ein, dass er in einer anderen Liga spielt.
Der Winterraum ist in
desolatem Zustand. Der Boden ist dreckig, die Matratzen und die Decken sehen
wenig einladend aus. Der Ofen erweisst sich als nahezu unbrauchbar, da aus allen
Ritzen Qualm dringt. Wir verzichten somit aufs Schneeschmelzen und begnügen und
mit dem Schmelzwasser aus der Dachrinne. Unsere Brotzeit schmeckt
hier oben doppelt gut, schliesslich haben wir alles selbst heraufgeschleppt.
Nach einem herrlichen Sonnenuntergang verziehen wir uns ins Lager. Auf Grund des
defekten Ofens und der dünnen Decken wird es eine kalte Nacht.
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2.Tag Aufstieg: 420 hm, Abstieg: 1500 hm, 7 h |
Da heute nur 500 hm auf uns warten, gönnen wir uns den Luxus, auszuschlafen… wann
gibt es das schon einmal auf einer Berghütte. Um 9.00 Uhr beginnen wir
schliesslich den Aufstieg zum
Ramolkogel. Da die oberste Schneeschicht noch gefroren ist und gleich zu Beginn
ein steiler Firnhang gequert wird, gehen wir ab der Hütte mit Steigeisen.
Die Route verläuft unter dem Nordgrat des Schalfkogels und führt weiter über
nicht allzu steile Firnfelder. Wir lassen das Ramoljoch links liegen und halten
auf den Sattel zwischen dem Mittleren und Nördlichen Ramolkogel zu. Nach 1
Stunde haben wir den Sattel erreicht und wenden uns nun nach links dem Mittleren
Ramolkogel zu. Nach wenigen Metern steilt der Grat auf und ein abschüssiges
Schneefeld muss rechts vom Grat erstiegen werden. Wir fühlen uns etwas
unbehaglich, denn der Schnee ist weich
und bietet kaum Halt, am unteren Ende des Schneefeldes lauert eine grosse
Randkluft. Ich versuche, weiter links
direkt auf dem felsigen Grat eine Weg nach oben zu finden, während Jogi und
Burki über das Schneefeld aufsteigen. Mein Vorstoss direkt am Grat gerät
jedoch ins Stocken, denn die Felsen sind mit einer Eisschicht überzogen, ein
Weiterklettern scheint mir zu riskant. Auch Burki, der jetzt 10 m über mir den
Grat erreicht, ist unsicher, ob ein weiterer Anstieg nicht zu gefährlich ist.
Jogi steigt noch weitere 30 m
auf, muss dann aber auch einsehen, dass das Risiko zu gross ist. Es liegt
einfach zu viel Schnee in der Route. Wir kehren um. Ich baue einen Stand und
sichere Jogi über das steile Schneefeld wieder bis zum Sattel hinunter, dann
seilen Burki und ich ab.
Nach einer kurzen Pause
beschliesst Jogi, zumindest noch den Nördlichen Ramolkogel (3428 m) zu
besteigen. Burki und ich sind von dieser Idee zunächst nicht begeistert und
beschliessen daher, auf dem Sattel auf ihn zu warten. Als uns Jogi jedoch schon
nach 15 Minuten vom Gipfel zuwinkt, entschliessen auch wir uns, wenigstens
diesen Berg zu besteigen. Über den Südgrat erreichen wir ohne Schwierigkeiten
den Gipfel. Bei der anschliessenden Brotzeit geniessen wir das phänomenale
Panorama. Der Blick reicht von den Stubaier
Alpen über die Dolomiten bis zum Ortler. Gegenüber trohnt die
Wildspitze. Das Wetter ist immer noch unglaublich: Sonnig, windstill und warm.
Diese Bedingungen findet man selbst im Hochsommer selten.
So steigen wir wenigstens mit
einem Gipfelerfolg in der Tasche wieder ab zum Ramolhaus.
Dort angekommen werden die
letzten Reste unseres Proviants vertilgt. Lieber tragen wir es im Magen als im
Rucksack mit ins Tal.
Der Abstieg ins Tal gestaltet
sich recht zäh, man verliert nur langsam an Höhe und so benötigen wir mit
einigen Pausen 2 ½ Stunden bis nach Obergurgl. Eine schöne Tour geht zu Ende,
und auch wenn wir unser eigentliches Ziel, den Grossen Ramolkogel, nicht
erreicht haben, sind wir alle zufrieden. Bemerkenswert ist vor allem, dass wir
in diesen zwei Tagen nur einen weiteren Bergsteiger getroffen haben. Der
Ramolkogel ist eben keine Modetour. Ich habe ein paar beachtliche Blasen
vorzuweisen und schwöre mir, bis zur nächsten Tour neue Bergstiefel
anzuschaffen. Um 18:00 Uhr steigen wir ins Auto. Burki und ich setzen Jogi in
Ulm ab und sind schliesslich nach 5 Stunden Fahrt wieder in Nürnberg.
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